Patienten Berichte

Bericht Annika

Ich wollte normal sein

„Ich weiß gar nicht, wie das jemand schaffen würde, der alleine lebt“, bekennt Annika Hagen.

Hinter der 25-jährigen Hörakustikerin liegen Monate voll emotionaler Berg- und Talfahrten, voller Sorgen und Zweifel. Aber auch: Monate, die ihr gezeigt haben, wie sehr sie sich auf ihre Eltern, auf ihren Verlobten Andre und auf eine gute Freundin verlassen kann. Heute ist sie froh über die Entscheidung, die sie getroffen hat: Im August 2018 hat sie sich als Skoliose-Patientin operieren lassen. Vom Eingriff sind 15 Wirbelkörper betroffen.

Photocredit: Carsten Moog · moogdesign.de

„Eine Skoliose ist bei mir schon festgestellt worden, als ich 13 war“, erzählt die junge Frau. Beschwerden hatte sie damals nicht. Bei einer Standarduntersuchung stellte der Hausarzt fest, dass ihre Wirbelsäule krumm war und schickte sie weiter zum Orthopäden. Ohne eine Röntgenuntersuchung diagnostizierte dieser: Behandlungsbedarf bestehe nicht, aber Sport solle sie machen. „Das fiel mir nicht schwer. Ich war sowieso sportlich, habe Badminton und Fußball gespielt und viele Sportarten mal ausprobiert“, erinnert sie sich. Von der Skoliose wollte sie als Kind nichts wissen: „Ich wollte normal sein.“

Als dann mit 14 ein Wachstumsschub kam, änderte sich die Situation schlagartig. Sie bekam Rückenschmerzen, gegen die nichts zu helfen schien. Mit den Orthopäden, die sie um Rat fragte, machte sie schlechte Erfahrungen, berichtet Annika Hagen. „Einer sagte, ich solle viel schwimmen. Ein anderer meinte, Sport sei gut, aber Schwimmen auf keinen Fall. Ein dritter sagte, ich könnte gern schwimmen, aber nur rückenschwimmen. Es war sehr verwirrend.“

Ein Korsett, das ihr verordnet wurde, machte die Lage alles andere als entspannter. „Es war dick, riesig, tat weh und man sah es unter der Kleidung. Mir war das peinlich vor anderen. Ich habe es höchstens mal getragen, wenn ich abends alleine zu Hause war“, verrät sie. Ein Jahr später, als sie zur Reha nach Bad Sobernheim fuhr, stellte man dort fest, dass ihr das Korsett gar nicht richtig passte. Sie erhielt ein neues, leichteres, das sich viel besser trug. Die Schülerin konnte damit wesentlich besser umgehen. Trotzdem entschied sie sich irgendwann dafür, ihr Korsett an den Nagel zu hängen und alles auf sich beruhen zu lassen. Gegen die Rückenschmerzen schien es keine Hilfe zu geben, und so akzeptierte die Jugendliche diese schließlich als einen Teil ihres Alltags. „Für mich sind sie einfach immer dagewesen“, sagt sie achselzuckend.

Erst, als 2017 die Schmerzen unerträglich wurden, beschäftigte sie sich erneut aktiv mit ihrer Skoliose. Der erste Schritt war Kraftsport, zur Stärkung der Rückenmuskulatur. Sie trainierte an einem Gerät, das speziell bei Skoliose helfen sollte – doch die Beschwerden wurden nur noch schlimmer. Anfang 2018 stieß sie durch eine Recherche im Internet auf das Deutsche Skoliose Netzwerk (DSN). Für sie ein guter Tag, mit dem eine positive Entwicklung begann: „Ich wurde eine Stunde lang am Telefon beraten, obwohl ich ganz spontan angerufen hatte“, schildert sie. Das DSN gab ihr Adressen von Wirbelsäulenspezialisten. Annika Hagen entschied sich für das Sana Dreifaltigkeits-Krankenhaus in Köln und nahm dort eine erste Beratung war. Dr. Biren Desai riet ihr zu einer Operation: Die Wirbelsäule war inzwischen oben in einem Winkel von 49 Grad, unten um 55 Grad gekrümmt. Ein Fortschreiten der Verformung war anzunehmen, und auch das Risiko von weiteren Schäden stand im Raum.

Es folgte eine harte Zeit für Annika Hagen und ihren Verlobten Andre Ax. Beide hatten Angst, dass die Operation im schlimmsten Fall zur Querschnittslähmung führen könne. Andererseits sah Annika für sich keine Alternative. Beide lasen daraufhin viel im Internet. „Ich habe viele Berichte von Leuten gelesen, die bei Dr. Desai operiert wurden und sich positiv geäußert haben. Das hat mich beruhigt“, so Andre Ax. Annika hatte durch das Sana-Krankenhaus Kontakt zu anderen Patienten bekommen, die ihre Fragen aus eigener Erfahrung beantworten konnten. Wobei braucht man nach der Operation Hilfe? Was geht, was geht nicht? Das waren Dinge, die sie wissen wollte, bevor sie sich zu diesem großen Schritt entschied. „Alle sagten, dass die Schmerzen nach der Operation groß seien, aber dass sie sich jederzeit wieder dafür entscheiden würden“, erinnert sich die junge Patientin. Sie beriet sich auch mit einer befreundeten Kollegin und war begeistert davon, wie ernsthaft sich diese ihren Sorgen widmete. „Sie hat sofort online dazu recherchiert. Das fand ich total süß von ihr! Andere, mit denen ich später gesprochen habe, haben nur gesagt: Das wird schon! Das tat weh, wenn manche das so auf die leichte Schulter nahmen“, berichtet die Skoliose-Patientin.

An den Tag, als seine zukünftige Frau operiert wurde, erinnert Andre Ax sich noch gut. „Ihre Mutter begleitete sie in die Klinik. Ich war in Siegen geblieben und kam dann mit ihrem Vater nach. Das Schlimmste waren die Stunden, als wir noch nicht wussten, wie alles gelaufen war. Wir trafen uns dann in Köln mit Annikas Mutter, und sie erhielt schließlich den Anruf von Dr. Desai. Während sie mit ihm sprach, machte sie zu uns den Daumen nach oben“, erinnert er sich: „Aber wir wussten zunächst nur, dass die Nerven nicht beschädigt waren – nicht, ob sie sich wirklich würde bewegen können. Dafür mussten wir noch eine weitere Untersuchung abwarten. Aber als es dann hieß: Es geht ihr gut, sie kann alles bewegen – da ist eine riesige Last von mir abgefallen“, beschreibt der junge Mann.

Die Wochen nach der Operation waren für beide anstrengend. Ax nahm sich Urlaub, um jeden Tag bei seiner Verlobten in der Klinik sein zu können. Hier stand zunächst ein mühsamer Prozess an, bei dem es zunächst buchstäblich nur in kleinen Schritten vorwärts ging. „Es war schon eine große Sache, als ich irgendwann mit dem Rollator bis vor die Tür kam. Am neunten Tag hatte ich ein richtiges Tief und dachte nur: Ich kann nicht mehr! Ich kann wirklich nicht mehr! Aber einen Tag später sagte mir Dr. Desai, dass er mich entlassen könne, und da konnte ich gar nicht mehr aufhören zu strahlen“, beschreibt Annika Hagen das Wechselbad ihrer Gefühle. Wenn sie etwas vom Boden aufheben oder von oben aus einem Schrank holen wollte, brauchte sie dabei wochenlang Hilfe. Lange hatte sie noch Schmerzen beim Sitzen und verbrachte einen großen Teil des Tages liegend auf dem Sofa. Aber jeden Tag ging es etwas besser. Die Entscheidung für die Operation war auf jeden Fall richtig, da ist sie sich sicher.

Interview & Text: Johanna Tüntsch

Bericht Emma

Ein Wechselbad der Gefühle

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde Emma Schneider, damals 15 Jahre alt, an ihrer Wirbelsäule operiert. Sie und ihre Mutter erzählen, welche Sorgen die Familie beschäftigten, und wie sie sie gemeinsam bewältigt haben.

Skoliose? Als Emma Schneider 2014 erfuhr, dass sie an einer solchen Verformung der Wirbelsäule litt, war sie – und waren ihre Eltern – zunächst überrascht. Zu sehen war das nämlich überhaupt nicht. „Obwohl sie Ballett machte, seitdem sie fünf Jahre alt war und dabei ja immer ein enges Trikot trug, konnten weder wir noch die Tanzlehrerin sehen, dass etwas nicht stimmte“, erinnert sich Emmas Mutter, Karin Schneider.

Anhaltende Schmerzen im Bereich der Schulter führten die 13-Jährige jedoch schließlich zum Orthopäden. Der stellte durch ein Röntgenbild fest, dass die Wirbelsäule oben um 24 Grad, unten um 19 Grad verdreht war.

Anders als die meisten 13-Jährigen, konnte Emma mit dem Begriff „Skoliose“ sofort etwas anfangen – und war ziemlich betroffen. „Ich kannte das Thema schon, weil ich zwei Freundinnen hatte, die auch Skoliose haben und ein Korsett trugen. Bei denen habe ich mich dann manchmal ausgeheult. Aber sie haben mich beruhigt und gesagt: So schlimm ist das nicht!

Photocredit: Carsten Moog · moogdesign.de

Zunächst schien auch alles recht unproblematisch. Emma ging einmal wöchentlich zur Physiotherapie; ein Korsett sollte sie nicht tragen. Nach einer erneuten Untersuchung beim Orthopäden, die ein halbes Jahr später erfolgte, sah alles gut aus. Sie machte den klassischen Vorneigetest und einige Bewegungen: Der Arzt war zufrieden. „Geröntgt wurde damals leider nicht, und ich habe auch nicht darauf bestanden. Ich war damals noch nicht so informiert wie heute“, erinnert sich die Mutter. Umso größer war der Schrecken, als Ende 2015 die nächsten Röntgenbilder gemacht wurden: Da hatte die Krümmung schon ein Ausmaß von 36 Grad, und das rechte Schulterblatt stand sichtbar vor.

Der Orthopäde verwies die Schneiders an die Kinderklinik in St. Augustin. Erneut gab es Physiotherapie, außerdem Einlegesohlen für die Schuhe, um eine leichte Längendifferenz der Beine auszugleichen. Von einem Korsett wurde weiterhin abgeraten, da die Knochenfugenmessung ergeben hatte, dass Emma nicht mehr wachsen würde. Das Korsett hätte daher keinen nennenswerten Effekt und von einer weiteren Verschlechterung der Skoliose war nach Einschätzung der Ärzte eher nicht auszugehen.

Dann, im Juli 2016, der Schock: Emmas Wirbelsäule hatte inzwischen eine Krümmung von 52 Grad oben und 28 Grad unten erreicht. „Als ich diesen Wert hörte, wusste ich gleich, dass die Ärzte zu einer Operation raten würden“, erzählt Karin Schneider. Die Sorgen der Eltern waren groß, und auch Emma fand die Vorstellung fürchterlich: „OP – das hört sich schon so schrecklich an. Erst einmal dauert es viele Stunden, und dann hat man hinterher Fremdkörper im Rücken. Die ganze Zukunft ändert sich. Und Schulzeit fällt aus.“ Alles das ging der Schülerin durch den Kopf. Wenn über mögliche Risiken des Eingriffs gesprochen wurde, wollte sie am liebsten gar nicht so genau zuhören.

„Man geht durch ein Wechselbad der Gefühle“, schildert Karin Schneider. An den Gedanken, dass die Wirbelsäule ihrer Tochter dauerhaft versteift werden würde, mussten sie und ihr Mann sich erst gewöhnen. „Das ist eine Veränderung fürs Leben“, so die Befürchtung der Eltern.

Um ganz sicher zu sein, die richtige Entscheidung zu treffen, suchte die Familie mehrere Kliniken auf. „Gut war, dass alle Ärzte, die wir gefragt haben, einig waren, dass die OP erforderlich sei. Aber ich habe auch immer gefragt: Wie würden Sie entscheiden, wenn es Ihre Tochter wäre?“, berichtet Emmas Mutter. Zwei Ärzte hätten daraufhin gezögert – 
für die Eltern ein schlechtes Zeichen.

In Köln-Braunsfeld ließen sie sich schließlich von Dr. Biren Desai beraten. Dr. Desai, Chefarzt im Sana Dreifaltigkeits-Krankenhaus, ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle orthopädische Chirurgie und Chirurgie. Er war der erste, der den Schneiders sagte: Wenn Emma meine eigene Tochter wäre, würde ich sie operieren lassen! Außerdem nahm er sich Zeit. „Wir waren während seiner ganz normalen Sprechstunde da. Trotzdem hat er uns fast eine Stunde lang beraten. Auch später noch einmal, als mein Mann und ich alleine dort waren, um uns noch genauer nach möglichen Risiken zu erkundigen“, so Karin Schneider.

Auch Emma fühlte sich bei Dr. Desai auf Anhieb gut aufgehoben. „Er konnte mir am besten erklären, was bei der Operation gemacht würde. Außerdem hat er direkt mit mir gesprochen. Andere Ärzte haben immer nur mit meinen Eltern geredet, als wäre ich ein ganz kleines Mädchen.“ Zudem stellte Dr. Desai gleich einen unkomplizierten Kontakt zu einem anderen Patienten her: „Da war ein Junge in der Sprechstunde, dessen Operation einige Wochen zurücklag. Ihm durfte ich Fragen stellen mir seine Narbe ansehen. Das hat mich total beschwichtigt“, erinnert sich die Schülerin. Das Krankenhaus gefiel ihr auch insgesamt, weil sie es angenehm ruhig fand.

 

Emma hatte zu diesem Zeitpunkt schon regelmäßig Rückenschmerzen und war kurzatmig. Es bestand die Gefahr, dass durch die Skoliose mit fortschreitender Verformung der Wirbelsäule innere Organe Schaden hätten nehmen können.

Trotzdem machten sich die Eltern die Entscheidung nicht leicht. Aufgrund der Risiken, die mit einer Operation verbunden sind, war es für sie eine schwere Abwägung.

Als dann die Entscheidung für eine Operation gefallen war, blieb Emma noch eine letzte Sorge: Wie sollte sie später mit ihrer Narbe umgehen? Schnell hatte sie eine Lösung dafür: „Ich dachte mir, ich lasse ein Tattoo darüber setzen“, lacht sie verlegen. Mit einem Seitenblick auf die Tochter schmunzelt die Mutter: „Die Sorgen von Eltern und Kindern gehen etwas auseinander.“

Die erste Zeit nach dem Eingriff war für Emma mit vielen Schmerzen verbunden, und bis sie sich wieder frei bewegen konnte, dauerte es einige Monate. In die Schule konnte sie aber nach sechs bis sieben Wochen schon wieder gehen.

Heute, gut ein Jahr nach der Operation, sitzt sie kerzengerade am Tisch. Dadurch, dass mit der Operation die Wirbelsäule gerade aufgerichtet wurde, hat sie jetzt eine Größe von 1,65 Meter: „Fünf Zentimeter mehr als vorher, das finde ich toll!“ Ihren Traumberuf – Polizistin – wird sie wegen der Skoliose nicht ergreifen können.

Aber damit hat sie sich ausgesöhnt. Genauso wie mit der Narbe, die sie nun doch nicht tätowieren lassen hat: „Vielleicht trage ich zum Abiball sogar ein Kleid mit Rückenausschnitt. Inzwischen finde ich meine Narbe cool. Sie gehört zu mir!“

Interview & Text: Johanna Tüntsch

Bericht Milena

Die Diagnose

Mein Name ist Milena und ich bin 17 Jahre alt. 2008 erfuhr ich von meiner Skoliose. Ich fiel beim Inlinern hin, es war damals schon das vierte Mal, dass mir das passierte. Diesmal war es so schlimm, dass wir ins Krankenhaus gefahren sind, um den Rücken röntgen zu lassen. Dabei bemerkten die Ärzte, weil auch ein Stück der Wirbelsäule mitgeröngt worden war, dass meine Wirbelsäule eine atypische Krümmung aufwies. Anschließend mussten wir zum Orthopäden um die gesamte Wirbelsäule röntgen zu lassen. Und tatsächlich, meine  Wirbelsäule zeigte mehrere leichte Krümmungen. Das Bild schockte mich, und was die Ärzte dann sagten, noch mehr. Ich war damals zehn Jahre alt und verstand noch nicht genau, was das bedeuten sollte. Meine Wirbelsäule hatte insgesamt drei Kurven – eine im Hals-, eine im Brust- und eine im Lendenwirbelsäulenbereich; ich hatte ein starkes Hohlkreuz und mein linkes Schulterblatt stand um hervor. Die Krümmung im Halswirbelsäulenbereich war nur schwach ausgeprägt, um die haben sich die Ärzte keine Sorgen gemacht. Aber die Krümmungen im Brust- und im Lendenwirbelsäulenbereich hatten schon 20°– 30°.

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Das Korsett

Danach begann eine unschöne Zeit für mich und meine Eltern. Der Orthopäde empfahl uns eine Korsett-Therapie. Wir stimmten natürlich sofort zu, nachdem wir darüber aufgeklärt worden waren. Immerhin wollten wir, dass es mir besser geht. Im Krankenhaus in Münster wurde uns ein Korsettbauer empfohlen. Wir saßen und warteten eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich an der Reihe waren. Und ständig dachte ich darüber nach, was mit meinem Rücken eigentlich passiert ist. Ich konnte das alles gar nicht richtig verstehen. Dann kamen wir endlich dran. Ich musste meinen Oberkörper freimachen, ein weißes langes Shirt anziehen, mich anschließend auf eine Art Podest stellen und an einer Stange festhalten. Dann erklärte mir eine Frau kurz, was jetzt gemacht würde, und los ging es. Diese Frau und ein Mann begannen, warme Gipsstreifen um meinen Oberkörper zu wickeln. Das war eigentlich ein angenehmes Gefühl, kalt wäre es nicht so schön gewesen. Als sie fertig waren, musste ich noch so lange stehen bleiben, bis der Gips hart geworden war. Der Gipsabguss meines Oberkörpers sah schon cool aus. Daraus wurde mein erstes Korsett hergestellt. Es sah komisch aus, und beim Anprobieren merkte ich schon, dass das Tragen wahrscheinlich nicht so angenehm werden würde. Ich fand mich erst mal damit ab, denn ich sollte das Korsett so lange wie möglich tragen, am besten 23 Stunden pro Tag. Dass ich diese Zeit aber nicht schaffen würde, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Anschließend ging es mit dem Korsett nach Hause. Die Wochen vergingen und es fiel mir immer schwerer, dieses Korsett zu tragen. Nicht nur, weil ich keine Lust hatte, ich hatte auch Schmerzen. Aber ich dachte, das müsse ja so sein, sonst würde es nicht helfen. Im Sommer war es am Schlimmsten. Ich habe wegen des Korsetts unter dem Shirt sehr geschwitzt. Irgendwann konnte ich es dann nur noch nachts tragen. Ich habe die Schmerzen tagsüber nicht ertragen, mir ist immer der linke Arm eingeschlafen und nach meistens zwei Stunden musste ich es kurz ausziehen. In der Schule habe ich mich damit geschämt, deswegen habe ich es dort auch eigentlich nie getragen. Und wenn ich es doch versucht hatte, hatte ich solche Schmerzen, dass ich es ausziehen musste.

 

Die Reha

Die Wochen vergingen und mit der Zeit wurde es immer unangenehmer. Im Januar 2012 hieß es dann, ich solle drei Wochen in der Reha-Klinik in Bad Sobernheim nach Schroth therapiert werden. Es war dort eigentlich sehr angenehm. Ich hatte einen geregelten Tagesablauf, die Mädchen und Jungs waren sehr nett, und man konnte sich gut mit ihnen unterhalten, da sie alle das gleiche Problem hatten. Und auch die Betreuer haben sich gut um uns gekümmert. Die Übungen waren nicht leicht und man musste sie jeden Tag selbstständig durchführen. Das war aber eigentlich kein Problem für mich, ich fand einige sogar gut. Dann gibt es aber wieder Tage, an denen man hauptsächlich Atemübungen macht, denn es ist wichtig, richtig in die eingefallenen Stellen des Rückens zu atmen. Massagestunden gibt es auch; und wenn man ein Problem hat, kann man jederzeit zu einem Arzt oder Betreuer gehen. Außerdem gibt es Selbsthilfegruppen für junge Mädchen und Jungs, in denen man sich gegenseitig austauschen kann, wie der eine oder andere seine Probleme, z.B. die Hitze im Sommer bewältigt. Ich fand es angenehm, dort zu sein. Doch es gab auch Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben. Deswegen sprach ich öfter meine Betreuer und den Arzt an, der immer die Visite machte, weil ich ziemliche Probleme mit meinem Korsett hatte. Also wurde mein Wochenplan geändert und ich wurde in die Korsettabteilung geschickt. Die Bögen in der Wirbelsäule wurden neu ausgemessen. Mir wurde gesagt, dass sich die Krümmung in meiner Wirbelsäule verschlimmert hatte, und zwar um fast 15° im Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich. Keine so erfreuliche Nachricht Nachricht für ein 15-jähriges Mädchen, das auf Erfolge gehofft hatte. Also bekam ich ein neues Korsett. Dabei stellte sich heraus, dass mein altes nicht richtig gebaut worden und deswegen nutzlos gewesen war. Bei dem neuen Korsett musste man noch mehr auspolstern, aber es half trotzdem nichts. Mir wurde zum Schluss gesagt, würde man es dort, wo es wehtut, noch weiter auspolstern, würde ich mir die Scheitelrippe brechen. Das wollten wir um jeden Preis verhindern, deswegen versuchte ich, mit dem neuen Korsett zu leben.

 

Die Klinik

Leider war es mit diesem Korsett genauso schlimm und die Skoliose verschlechterte sich weiter. Nach etwa einem halben Jahr sagte mir der Orthopäde, dass es auf den Röntgenbildern nicht besser aussähe und mein Skelett schon so gut wie ausgewachsen sei. Er überwies uns in die Werner-Wicker-Klinik nach Bad Wildungen, was die letzte mögliche Lösung zu sein schien. Dort wurde ich nochmals von oben bis unten durchgecheckt. Das Ergebnis war eine Verkrümmung, die in der Brustwirbelsäule mittlerweile bei 40° und im Lendenwirbelsäulenbereich bei 41° lag. Dazu kam noch eine leichte Verdrehung der Wirbelsäule, die bei mir einen Lendenwulst (Buckel) auf dem rechten Schulterblatt von etwa zwei Zentimetern zur Folge hatte sowie ein Beckenschiefstand von (soweit ich weiß) fünf Zentimetern und ein Hohlkreuz. Wir wurden darüber aufgeklärt, dass die einzige Lösung eine Versteifung der Wirbelsäule wäre. Ansonsten würde ich wohl mit 20 Jahren meine ersten Bandscheibenvorfälle bekommen. Uns wurde erklärt, wie die OP abläuft und welche Risiken es gibt. Danach war ich erst mal geschockt, ich wusste nicht genau, was ich machen sollte. Aber es war die einzige Möglichkeit, die Skoliose und damit vielleicht die Schmerzen endgültig zu besiegen. Das habe ich mir mit diesem Eingriff erhofft. Ende Dezember kam dann der Anruf, dass ich schon im Januar 2013 stationär aufgenommen werden könnte. Können Sie sich vorstellen, wie ich mich in dem Moment gefühlt habe? Ich kannes Ihnen sagen: Ich habe mich gefreut, aber auch geweint vor Angst. Es löst so eine Unsicherheit und Angst aus, aber die Freude, dass ich nicht lange warten muss und alles hoffentlich besser wird, ist genauso groß. Am 04.01.2013 war es dann soweit. Am ersten Tag wurde uns nochmal alles erklärt und dann die notwendigen Formulare unterschrieben.

 

OP-Vorbereitung

Dann begann die Vorbereitung. Ich durfte noch Wassergymnastik machen, vereinzelte Übungen etc.. Im Großen und Ganzen war alles recht entspannt. Ich musste etwa eine Woche vor der OP eine „Streckübung“ machen. Diese sollte die Wirbelsäule wohl langziehen, was einen besseren OP-Erfolg bewirken sollte. So richtig habe ich das aber nicht verstanden. Leider gab es ein paar Komplikationen, weshalb ich diese Übung nicht oft und lange machen konnte. Am 16.01.2013 war der Tag der OP. Ich bekam ein OP-Hemdchen an, meine Mutter flocht mir süße Zöpfchen und die Thrombosestrümpfe waren auch schon an. Ich war so aufgeregt und hatte solche Angst, aber meine Mutter war in dem Moment für mich da und kam mit bis zum Vorraum des OP-Saals (zumindest glaube ich, dass er dahinter lag). Dann verabschiedete ich mich von ihr. Ich wurde auf eine warme Liege gelegt und dann war ich auch schon weg. Die OP dauerte acht Stunden – hat mir meine Mutter nachher erzählt – und ich habe wohl eine Menge Blut verloren, weil ich während der OP zwei Bluttransfusionen brauchte.

 

Nach der OP

Als ich wieder aufwachte, musste ich mir erst mal klarmachen, wo ich war. irgendjemand fummelte an meinen Zehen rum und fragte mich, ob ich sie spüren würde. Ich gab, laut Aussagemeiner Mutter, die etwas zickige Antwort „JA!“. Dann spürte ich auch schon die Schmerzen, es ist kaum zu beschreiben. Mir wurde aber sofort bewusst, dass ich nicht querschnittgelähmt und noch am Leben bin. Es war eine richtige Erleichterung. Von den ersten zwei Tagen habe ich wenig mitbekommen, aber ich spürte Schmerzen. Ich bekam eine Pumpe in die Hand, mit der ich Schmerzmittel dosieren konnte. Leider durfte ich nur alle 15 Minuten pumpen, die dauerten manchmal echt lang. Ich wusste vorher nicht, dass ich auf dem Rücken liegen würde, weil dort ja die Narbe war, aber ich musste sogar auf dem Rücken liegen, auf dem Bauch war ab sofort verboten. Ich hatte immer Schmerzen und konnte nicht lange auf einer Seite liegen. Am zweiten Tag durfte ich das erste Mal sitzen und anschließend ein paar Meter laufen. Es fühlte sich richtig komisch an, als müsste ich es neu lernen. Ich habe mich gefühlt wie eine Marionette, die nicht von selber laufen kann. Nach dem dritten Tag stellte sich heraus, dass ich das Schmerzmittel nicht vertrug, denn ich hatte immer nach dem Drücken Atemprobleme. Also blieb ich einen Tag länger auf der Intensivstation. Ich glaube, ich war auch noch einen weiteren Tag da, weil ein Kreislauf so gar nicht in Schwung kam und ich nichts essen wollte. Ich hatte einfach keinen Appetit. Dann, am vierten Tag, war es endlich soweit: Meine Drainagen (Schläuche, die das überflüssige Blut aus der Wunde transportieren) wurden gezogen, das habe ich aber kaum gespürt. Mein ganzer Rücken war ja taub. Auf der normalen Station ging es mit dem Laufen dann immer besser, ich konnte schnell Treppen steigen, und die erste Dusche war wie ein Geschenk des Himmels. Mit dem Essen hatte ich immer noch Probleme. Das alles und die Hammer-Schmerzmittel schlugen mir natürlich total auf den Kreislauf. Die erste Zeit war ich noch auf Hilfe angewiesen, z. B. wenn ich zur Toilette musste oder mich in meinem Bett höher aufsetzen wollte.

Es war kein schönes Gefühl, so hilflos zu sein. Dann aber ging es nur noch bergauf. Ich konnte es kaum erwarten, meine Röntgenbilder zu sehen. Dann endlich – der Arzt zeigte sie mir. Ich brach in Tränen aus. Ich hatte zwei Stäbe und 20 Schrauben an der Wirbelsäule, aber das Wichtigste war: Ich hatte eine komplett gerade Wirbelsäule. Ich konnte es erst nicht glauben, aber es war wirklich meine Wirbelsäule. Der Arzt teilte mir mit Freude mit, dass keine Restkrümmung geblieben und die OP reibungslos verlaufen sei, auch mein Buckel konnte sogar um einen Zentimeter verringert werden. Das einzige, was nicht behoben werden konnte, war der Beckenschiefstand (von 2,5 cm) und das Hohlkreuz. Aber das war mir in diesem Moment egal. Ich rief meine Familie an, berichtete, schickte die Bilder rum und konnte es kaum fassen. Natürlich habe ich seit der OP Einschränkungen. Ich durfte anfangs nur 5 kg heben, Sport war verboten, und auch schlechte Angewohnheiten wie falsches Bücken muss ich jetzt anders machen. Damit kann ich aber leben.

 

Zuversicht

Nach weiteren zehn Tagen durfte ich nach Hause. Es war ein schönes Gefühl, alles hinter sich zu haben. Aber ein paar Schmerzen hatte ich natürlich immer noch. Während der Autofahrt erinnerte ich mich an die ersten Tage in der Klinik. Meine Eltern besuchten mich, alle waren für mich da, alle haben mir Mut gemacht. Ich habe gemerkt, dass alle Angst hatten, aber sie haben sich dafür eingesetzt, dass ich wenig Angst haben muss. Ich finde, diese Erfahrung gemacht zu haben, hat nochmal gezeigt, wie sehr mich meine Eltern, Verwandten und Freunde lieb haben, und dass sie immer für mich da sein würden. Egal, was passieren wird. Dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich. Die ersten drei Monate nach der OP habe ich noch zu Hause verbracht und nach und nach die Schmerzmittel reduziert. Dann konnte ich das erste Mal wieder zur Schule gehen. Ab diesem Zeitpunkt wurde es dann immer besser. Mein Rücken war zwar noch taub und Schmerzen hatte ich natürlich immer noch, aber es war kein Vergleich zu vorher. Ich bin froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Die ersten Kontrolltermine nach sechs Monaten und einem Jahr verliefen sehr gut. Und jetzt? Jetzt tippe ich hier für Sie diesen Bericht am PC und kann ohne Probleme sitzen, laufen, spüre den Großteil meines Rückens wieder und bin glücklich. Natürlich habe ich noch Probleme und auch Schmerzen, muss einmal die Woche zur Krankengymnastik. Aber wenn ich an die Zeit vor der OP denke, ist das alles das Beste, was mir passieren konnte. Meine Narbe ist gut verheilt, ich kann soweit fast alles wieder machen. Die Einschränkungen sind nicht schön, aber man findet sich mit der Zeit damit ab und es kann nur noch bergauf gehen. Das darf ich nicht vergessen. Man wird unterstützt und hat immer einen Ansprechpartner. Danke an die Ärzte, Schwestern, Betreuer und meine Familie, Verwandte und Freunde die mir geholfen haben, für mich da waren und mir das hier ermöglicht haben. Ich kann ein (fast) normales Leben führen.

Kontakt

Wer sich mit mir austauschen möchte, kann gerne Kontakt über das Deutsche Skoliose Netzwerk aufnehmen:

Bericht Gudrun

Ein Leben mit Skoliose bis zur Operation

Bei mir wurde als Kind mit 12 Jahren Skoliose per Zufall diagnostiziert. Ich hatte zu meinem 12. Geburtstag eine karierte Jacke bekommen und immer wenn ich die angezogen hatte wurde ich ermahnt gerade zu gehen. Eines Tages sagte meine Mutter zu mir:" Geh mal zu unserem Hausarzt, irgendwas stimmt mit deinem Rücken nicht." Gesagt, getan ich ging zu unserem Dorfarzt und der stellte die Verdachtsdiagnose Skoliose. Oh Gott, für mich als Kind war dieses Wort schon ein Trauma: SKOLIOSE hörte sich nach was ganz Schlimmes an. Ich bekam eine Überweisung zum Orthopäden, wurde dort geröntgt und es stellte sich heraus ich hatte eine Skoliose mit 18 ° nach Cobb. In kurzer Zeit wurde eine Reha (damals hieß es noch Kur) beantragt und ich wurde für 4 Wochen in die Lehnhardt-Schroth-Klinik nach Bad Sobernheim gebracht. Für mich als Kind war das schrecklich, erst die Diagnose, dann für 4 Wochen von zu Hause getrennt zu sein. Ich lernte dort Frau Katharina Schroth und deren Tochter Frau Lehnhardt-Schroth kennen, beide waren sehr nett, kannten aber kein Pardon wenn man nicht mitgeturnt oder die Übungen nicht mitmachen wollte. Als Kind habe ich dieses Prozedere über mich ergehen lassen, ich hatte ja auch keine andere Wahl, weil meine Eltern ja nur das Beste für mich wollten. Heute als erwachsene Frau sehe ich dies ja alles ein bisschen anders, aber damals als Kind habe ich mich und meine Krankheit gehasst.

Als ich wieder zuhause war kam der nächste Schock für mich, ich bekam vom Orthopäden ein Gipsbett verordnet, wo ich dann nur auf dem Rücken schlafen durfte. Ich ging wöchentlich zur Krankengymnastik und wurde als Kind genötigt jeden Tag zuhause zu üben. Ich habe versucht mich immer davor zu drücken, heute würde ich das nicht mehr machen, aber als Kind wollte ich andere Dinge tun. 2 Jahre später musste ich wieder zur Reha nach Sobernheim, diesmal fand ich es schon nicht mehr so schlimm, weil sich mein Fokus auch schon ein wenig auf Jungens konzentrierte und auch wenn es ja eigentlich eine Mädchenerkrankung ist, gab es in Sobernheim schon einige Jungen mit der gleichen Erkrankung. Danach sollte ich dann ein Korsett bekommen, ich habe mich als 14 Jährige mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Erfolgreich sogar ich habe als Kind nie ein Korsett getragen.

Ich habe dann meine Lehre als Arzthelferin gemacht, habe mit 20 Jahren meinen Sohn bekommen und zu dieser Zeit war alles andere wichtiger nur mein Rücken nicht, wieso auch, ich hatte ja keine Schmerzen. Als mein Sohn dann etwas größer war und ich Zeit hatte mich wieder um mich zu kümmern, hatte sich meine Skoliose auf 38° nach Cobb verschlimmert. Nun war ich Erwachsen und habe verstanden, dass ich etwas für meine Gesundheit und meinen Rücken machen musste. Ich habe dann wieder mit Krankengymnastik begonnen und eine Ausbildung als Übungsleiterin für Gesundheitssport und Prävention absolviert. Ich hatte für mich verstanden, dass ich meine Skoliose nur mit viel Bewegung und Sport stabilisieren konnte. Dies ging auch einige Jahre sehr gut, ich war viele Jahre schmerzfrei und konnte wie jeder andere Mensch leben. Ich war manchmal sogar richtig stolz auf mich, wenn ich Patienten gesehen habe die keine Skoliose hatten, aber doch viel mehr Schmerzen hatten als ich. Mit der Zeit merkte ich natürlich, dass mein Buckel, den ich liebevoll "meinen großen Onkel" nannte, stärker wurde. Ich habe bei der Kleidung immer alles eine Nummer größer gekauft um dies gut zu verstecken. Nach ganz vielen Jahren, es waren bestimmt 12-15 Jahre, habe ich dann nochmals einen Orthopäden aufgesucht, der mich erneut geröntgt hat und feststellte das sich meine Skoliose auf 68° nach Cobb. verschlimmert hatte. Ich konnte das gar nicht verstehen, da ich durch meinen vielen Sport, den ich machte, doch so gut wie keine Schmerzen hatte. Da fiel dann zum ersten Mal das Wort "Operation". Ich war geschockt und lehnte dies entschieden ab. Die Folge davon war, dass der Orthopäde mich nicht weiter behandeln wollte. Nun gut, damit konnte ich leben, denn ich hatte ja meinen Sport. 2009 bekam ich die ersten Schmerzen, es wurde eine Reha beantragt und ich durfte nach Bad Salzungen, in die Seeklinik fahren, dies ist eine Klinik die Erwachsene nach Schroth behandelt. Nach dieser Reha hatte ich 6 Wochen lang ganz starke Schmerzen und ich habe dann wieder nach meinem Prinzip geturnt, 2 mal wöchentlich Bodenübungen und 3-4 mal wöchentlich im Fitness-Studio rückengerecht an den Maschinen. Aber bitte, dies sollte man nur in sehr guten Fitness-Studios wo man wirklich rückengerecht betreut wird und wo die Trainer auch etwas von Skoliose verstehen machen. So ging das dann noch eine ganze Weile gut, bis ich im Jahr 2010 im März gynäkologisch operiert werden musste. Nach dieser OP verschlimmerte sich meine Skoliose innerhalb 3 Monate so, dass der rechte Rippenbogen auf der rechten Hüfte scheuerte. Dies waren unerträgliche Schmerzen und ich hatte keine Lebensqualität mehr. Ich fuhr nach Leonberg und stelle mich erneut bei Dr. Hoffmann(Orthopäde Fachgebiet Skoliose) den ich mittlerweile ausfindig gemacht hatte vor. Der brachte mich mit Prof. Halm aus Neustadt i. H. zusammen. Meine Skoliose war erneut schlimmer geworden 78° nach Cobb. und nun wurde die Operations-Diagnose gestellt. Ich hatte großes Vertrauen zu Prof. Halm, da er mir genau erklärte was und wie er operieren würde.

Mittlerweile bin ich operiert und habe nur noch eine Skoliose von 9°nach Cobb, ein wunderbares Ergebnis und ich bin froh, dass ich mich zu Operation entschlossen habe. Über den Weg bis zur Operation, den Krankenhausaufenthalt und alles andere werde ich in meinem nächsten Schreiben (Teil 2) berichten, da mich das lange Sitzen am Computer doch noch sehr erschöpft.

Ein Leben mit Skoliose bis zur Operation

Nun jährt sich bald das Datum, an dem ich an meiner Skoliose operiert wurde, es ist ein komisches Gefühl zu sagen, nun ist die Operation schon ein Jahr her, aber es ist wirklich so und ich bin immer noch sehr froh, dass ich mich zu diesem schweren Schritt entschlossen habe. Mit dem Entschluss mich operieren zu lassen kamen bei mir die Ängste. Ich hatte nachts ganz fürchterliche Alpträume, ich hatte Angst, nicht mehr laufen zu können, oder gar nicht mehr aus der Narkose auf zu wachen. Ich hatte Zukunftsängste und Existenzängste, aber mein Mann hat mich immer wieder aufgefangen und mir Mut zugesprochen. Es ist ganz wichtig in so einer Situation jemanden zu haben und nicht alleine sein zu müssen. Ich bekam von Prof. Halm eine Liste, die ich vor der Operation noch abarbeiten musste. Ich sollte ein MRT der BWS und ein MRT der LWS machen lassen, sowie auch 3 Blutspenden die für die OP. benötigt wurden. Nun ging es los, ich hatte knapp 8 Wochen Zeit um dies zu erledigen. Aber die Terminvereinbarung für die MRT´s stellten ja schon eine hohe Herausforderung da, ich bin Kassenpatient und bekam so schnell keine Termine, erst nach langem Hin und Her und meiner hartnäckigen Art, bekam ich dann kurzfristig die Termine. Dann musste ich mich ja auch noch um die Blutspende-Termine kümmern. Dies ging relativ zügig, einen Termin in der Uniklinik Bonn, zu Voruntersuchung und dann 3 Termine zur Blutspende. Da mein Speichereisenwert (Ferritinwert)sehr niedrig war, habe ich zwischen den Blutspenden noch Infusionen mit einem Eisenpräparat bekommen, dies waren natürlich alles keine Kassenleistungen und ich musste das selbst bezahlen. Aber darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht, allerdings als ich dann auch noch die Transportkosten für mein Blut selbst bezahlen sollte wurde es doch ein bisschen viel und ich habe mit der Krankenkasse herumgestritten bis man mir die Kosten für den Transport (299,- Euro) erstattet hat. Als ich dann alles zusammen hatte kam die Abreise nach Neustadt i. H. ich habe Nächte lang nicht geschlafen nur mit einem leichten Schlafmittel, war unkonzentriert und konnte kaum noch meinen Job erledigen. Zur stationären Aufnahme sollte man 2 Tage vor der OP. in der Klinik sein. Dort wird man ganz gründlich voruntersucht und liebevoll aufgenommen und betreut. Das ganze Team ist sehr nett und verständnisvoll. Ich habe dort über meine großen Ängste gesprochen und man hat mich in allen Dingen beruhigt, wenn ich nochmals eine Frage hatte, oder etwas nicht verstanden hatte, konnte ich immer wieder auf jemanden, auch auf einen Arzt, zurück greifen der mir dann nochmals alles erklärte. Wirklich super!!!

Dann kam der große Tag, ich war morgens gleich als erste an der Reihe und wurde in den Op.-Vorbereitungsraum geschoben, obwohl mir eigentlich nicht mehr zum Scherzen zu Mute war, habe ich dann doch noch mit dem OP-Pfleger herum gealbert und das war auch gut so, der hat mir meine Restangst genommen und ab dann habe ich ja nichts mehr mitbekommen. Als ich wach wurde hatte ich 2 Stäbe und 26 Titanschrauben im Rücken, eine lange Narbe, eine Schmerzpumpe und 2 Drainagen für die Wundflüssigkeit. Ich musste 1 Tag auf der Intensivstation verbringen, aber darüber war ich ganz froh, es diente ja nur zu meiner Sicherheit. In der ganzen Zeit, hat man sich aber auch ganz liebevoll um meinem Mann gekümmert, der natürlich am OP-Tag mehrfach in der Klink angerufen hat und er als ich auf Intensiv lag, mich auch dort kurz besuchen durfte. Nun war ich operiert!!!!!! Ab jetzt begann mein Leben nach der Skoliose-Operation. Ich sagte mir, nun kann es ja nur noch besser werden, jeden Tag ein Stückchen mehr. Ich kam dann auf die Normal-Station und musste den nächsten Tag gleich schon wieder Aufstehen und vor dem Bett ein bisschen Stehen, dies klappte mehr oder weniger gut, da ich doch sehr schwach und mein Kreislauf im Keller war. Jetzt musste ich jeden Tag Aufstehen, da ich ein Korsett zur Stabilisierung bekommen sollte. Mit Hilfe eines netten Krankgengymnasten ging das auch ganz gut. Am 3. Tag nach OP musste / durfte ich schon duschen, das war super anstrengend, aber auch ein Wohltat für mich. Jeden Tag ging es etwas besser, die Schmerzen hielten sich in Grenzen und ich konnte über meine Schmerzpumpe das Morphin dosieren. Bei Bedarf bekam ich aber auch etwas von den Schwestern. Ich durfte auf dem Rücken und auf der Seite im Bett liegen. Nach 3 Tagen wurden die Drainagen-Schläuche gezogen, nach 10 Tagen wurden die Klammern entfernt und nach 14 Tagen durfte ich nach Hause. Zwischenzeitlich musste ich mehrfach mit der Krankenkasse telefonieren wegen Kostübernahme für eine Zange, damit ich mich nicht mehr bücken muss, das Korsett, einen Rollator, einen Duschstuhl und ein Krankenbett. Bekommen habe ich aber nur das Korsett und die Zange. Ein Liegend-Transport, mit einem Krankenwagen, aus der Klinik bis nach Hause wurde auch nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Kosten hätten sich auf ca. 1000,- € belaufen. Nun als der Tag der Entlassung kam, hat mein Mann unser Auto umgebaut, so dass ich auf dem Beifahrersitz liegen konnte. Die Klinik hat mich mit einer Dosis Morphin versorgt und wir sind mit unserem eigenen Auto nach Hause gefahren. Ich war erstaunt wie gut das doch ging, leider hatten wir ganz schlechtes Wetter und ganz viel Schnee, im letzten Dezember, das wir für eine Fahrt die normalerweise 5 Stunden dauert, doch 10 Stunden gebraucht haben. Ich habe trotzdem alles gut überstanden und war froh wieder in meinem Bett schlafen zu können und das Beste ich durfte wieder auf dem Bauch schlafen. Ein Pflegedienst wurde von der Krankenkasse für mich auch nicht bezahlt, da keine kleinen Kinder mehr vorhanden waren. Ich habe dann über das Wochenende kräftig geübt, alleine aus dem Bett aufzustehen, um zur Toilette gehen zu können und war dann ab montags ganz auf mich alleine gestellt. Die Tage waren unendlich lang, ich habe aber viel geschlafen und die meiste Zeit im Bett verbracht. Weihnachten bin ich dann das erste Mal für eine längere Zeit aufgestanden und wir haben einen kurzen Besuch bei unseren Nachbarn gemacht. Wenn ich mich im Haus bewegt habe, musste ich immer das Korsett tragen. Dies habe ich aber als angenehme Unterstützung empfunden und nicht als Last!!!!!

Mitte Januar bin ich dann, als echter Karnevalist, auf die erste Karnevalssitzung (auch mit Korsett) gegangen, wir haben uns bis zur Hälfte das Programm angesehen und sind dann wieder nach Hause gefahren. Ich war stolz wie Bolle, denn das war eines meiner Ziele, die ich mir nach der Op. gesetzt, hatte. Nach Karneval im März 2010 habe ich dann das Korsett abgelegt und das Morphin abgesetzt, natürlich nur unter medizinscher Betreuung. Es ging mir, von Woche zu Woche besser, ich habe im Winter viel gemalt und war erstaunt, dass ich dieses Talent besaß. Dann kam im Juni die Reha, wieder in Bad Salzungen in der Seeklinik. Dort kam ich ganz schnell an meine Grenze, ich hatte einen physischen und psychischen Zusammenbruch. Es war mir alles zu viel, die Übungen unendlich anstrengend, das Tagesprogramm von morgens 8.00 Uhr bis nachmittags um 16.30 Uhr, das habe ich alles nicht geschafft. Die Stationsärztin hatte aber großes Verständnis und mein Programm wurde massiv reduziert. Nach 3 Wochen wurde ich entlassen und ich bekam wieder schlimme Schmerzen. Ich war entsetzt, denn vor der Reha war ich so gut wie Schmerzfrei und nun wieder Schmerzen. Alle, Ärzte, Physiotherapeuten und ich weiß nicht wer noch alles, sagten immer: "Hab Geduld, das wird besser werden, das darf jetzt noch sein." Ja, aber wann??? Mittlerweile war ich ziemlich deprimiert, da fährt man in Reha, um eigentlich wieder für die Arbeit hergestellt zu werden und dann so was. Im August sollte ich dann wieder in den Beruf eingegliedert werden, was aber auch kläglich scheiterte, da ich auch hier nach 3 Stunden Sitzen vollkommen überfordert war. Ich hatte massive Konzentrationsstörung und Schmerzen beim Sitzen. Der Versuch der Eingliederung wurde abgebrochen und ich bin immer noch krankgeschrieben, nun schon ein ganzen Jahr. Jetzt läuft ein Antrag auf ein Rentenbegehren. Ich musste mich 2 Gutachter vorstellen, die Beide der Ansicht waren, das man mir doch für 2-3 Jahren Rente gewähren sollte. Nun warte ich auf den Bescheid. Insgesamt bereue ich es auch heute, nach einem Jahr, nicht dass ich mich zur Operation entschlossen habe. Ich habe nach wie vor, gute und auch manchmal weniger gute Tage, bin aber lange nicht mehr so leistungsfähig wie vor einem Jahr. Ich bin aber positiv gestimmt, dass ich auch dies wieder hinbekommen werde. Aber mit 51 Jahren ist man ja auch kein junges Mädchen mehr. Ich habe durch die Operation vieles gelernt, z. B. Geduld zu haben, auf Entscheidungen oder Bescheide zu warten, mich nicht zu übervorteilen, nicht gleich zu viel wollen, wozu ich eigentlich immer noch neige. Meinen Körper aus einer ganz anderen Sicht zu betrachten und auf meine Körper zu hören, auf meine Psyche zu achten, denn auch nach der O gibt es viele Ängste, insbesondere Existenzängste , kann man je wieder Arbeiten, wird man berentet, wie geht es weiter, usw.usw.. Aber das Wichtigste, auch nach der Operation, ist der SPORT, nach einigen Monaten Krankengymnastik, habe ich im März wieder begonnen, nach Rücksprache mit Prof. Halm, im Fitness- Studio an den Geräten zu arbeiten. Erst habe ich nur Ausdauer trainiert und ab Mai durfte ich dann auch wieder mit leichten Gewichten anfangen, zusätzlich mache ich wieder in den Kursen, Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik mit. Auch hier musste ich feststellen, dass ich nicht an allen Tagen gleich gut trainieren kann. Nun endet mein Erfahrungsbericht über: Ein Leben mit Skoliose vor und nach Operation, ich hoffe ich konnte vielen Skoliose-Patienten helfen, für sich die richtige Entscheidung zu treffen. Operation ja oder nein. Die Entscheidung sich operierten zu lassen kann man nur selbst fassen, dies kann einem niemand abnehmen, auch der Angst, die man verständlicherweise vor so einer Operation hat, muss man sich selber stellen. Aber eine wichtige Frage die man sich stellen sollte, ist: "Habe ich noch Lebensqualität"?

Ich stehe allen, die noch Fragen an mich haben, gerne zur Verfügung. Herr Moog darf dann meine Telefonnummer weitergeben.

Ich verbleibe bis dahin Ihre Gudrun St.-St

Bericht Gerlinde

Kombitraining: Schroth, Schwimmen und Qigong

Qigong, eine chinesische Bewegungs- und Konzentrationsform zur Anreicherung von Qi (Energie) im Körper, also in unserem speziellen Fall zur Anreicherung von Qi in der Wirbelsäule, wird praktiziert durch Atem- und Bewegungsübungen. Die Chinesen glauben an die heilende Kraft des Qi, das sich über Energiebahnen (Meridiane) im Körper verteilt.

Nach meinen Erfahrungen ist Qigong eine gute Ergänzung zur Schroth-Gymnastik, dem Pflichtprogramm der Skoliose-Betroffenen. Eine auffällige Gemeinsamkeit der beiden Techniken ist das Atmen. Während Schroth den Atem in die eingefallenen Stellen des Rumpfes lenkt - zu dem Platz, den eigentlich die Wirbelsäule ausfüllen sollte -, um diese engen Stellen zu dehnen und zu weiten, wird der Atem beim Qigong wie eine Spirale um die Wirbelsäule herumgeführt oder fließt durch die Wirbelkörper hindurch.

Eine auf diese Art vitalisierte Wirbelsäule ist eine gute Ausgangsbasis für die folgenden Bewegungsübungen.

Es gibt eine Vielzahl an Übungen, im Stehen oder auch im Sitzen. Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit den Bewegungsvarianten im Stehen gemacht.

Der Oberkörper, die Arme - alles verbindet sich zu einem leichten, harmonischen Fluss. Die Arme bewegen sich z. B. in Richtung Himmel, bewegen sich nach vorn, nach hinten. So wird - nach meinem Empfinden - die Wirbelsäule gestreckt, gedehnt und mobilisiert. Jeder Übungsweg hat seinen eigenen Namen, es gibt zum Beispiel die "Duftübung": Sie ist nicht schwierig, leicht auszuführen, aber dennoch strengt sie an, denn die Abläufe der Bewegung wiederholen sich endlose Male. Das kostet Kraft, ist aber (so, wie ich Qigong verstehe) sinnvoll, damit sich das Qi (die Energie) verteilt.

Übungswege im Stehen gibt es sehr viele, aber alle - so meine Erfahrung - bewirken positive Prozesse in der Wirbelsäule. Ich kann es nur noch mal zusammenfassend sagen: Ich habe durch die Übungen das Gefühl einer beweglicheren Wirbelsäule und fühle mich - allerdings nur in Verbindung mit den Schroth-Übungen - aufgerichtet und der Atem fließt leichter.

Was ich jedoch auch beobachtet habe, ist, dass die Beschwerden, die hin und wieder vorkommen, durch die Qigong-Übungen noch verstärkt werden können.

Je nachdem, in welcher Verfassung ich bin. Aber ebenso kann das bei den Schroth-Übungen der Fall sein. Bin ich verspannt - aus welchem Grund auch immer -, und es gelingt mir nicht, mich während des Übungsprozesses zu entspannen, kann es sein, dass sich die Schmerzen verstärken. Die Schmerzen oder vielleicht besser gesagt das Verspannungsgefühl halten jedoch nicht lange an, meistens jedenfalls. Ist dem nicht so, ist Schwimmen ein guter Tipp. Schwimmen wirkt - wahrscheinlich durch die unterschiedliche Temperatur Wasser/Luft, durch die Streckbewegungen und durch die leichte Massage des Wassers wie eine große Schmerztablette. Nach dem Schwimmen geht es mir IMMER gut.

Verstärken kann man die Wirkung des Schwimmens noch, indem man die Schwimmbewegungen gedanklich begleitet, im Sinne einer Qigong-Übung: Die Energie fließt entlang der Wirbelsäulenmeridiane. Das entspannt und versorgt die Wirbelsäule mit neuer Energie.

Die Kombination aus Schroth-Übungen, Schwimmen und Qigong bedeutet für meine Wirbelsäule die wirkungsvollste Skoliose-Therapie.

von Gerlinde Wronski

Bericht Ricarda

Nach der OP war ich 8 cm größer

Bei einer Kinderärztlichen Untersuchung 1994 zu dieser Zeit war ich 12 Jahre jung, wurde zufälligbemerkt, dass ich wahrscheinlich Skoliose habe. Nachdem die Ärztin mich Untersucht hatte und ich mein Unterhemd wieder anziehen wollte viel mir dieses auf den Boden. Als ich mich bückte um dieses aufzuheben bemerkte die Ärztin meinen; wie meine Mama ihn liebevoll nennt “Engelsflügel“, weniger schön Beschrieben meinen Buckel.

Wir erhielten eine Überweisung für die Orthopädie, zuerst wurde ich bei einem Orthopäden vorstellig der die Verdachtsdiagnose Skoliose bestätigte. Somit war es Amtlich, ich habe Skoliose. Thoracal rechts konvex, lumbaler Gegenschwung 32°

Meine Eltern und ich hatten seiner Zeit keinerlei Erfahrungen mit Skoliose geschweige denn das wir jemals vorher etwas davon gehört hätten. Ein langer Weg hat begonnen der sich genauso kurvenreich wie meine Wirbelsäule gestalten sollte …

Meine Eltern und ich wurden in einem Universitätsklinikum Vorstellig, hier wurde nach unzähligen Röntgenaufnahmen und einem Beratungsgespräch mein erstes Korsett angefertigt. Zweimal die Woche hatte ich Physiotherapie und zu Hause führte ich täglich Krankengymnastische Übungen durch. Leider passte mein Korsett überhaupt nicht und das Tragen beschränkte sich auf wenige Stunden am Tag. Dies hatte natürlich zur Konsequenz das meine Skoliose sich verschlechtert hat.

Im Mai 1995 wurde ich erstmalig in der Skoliose Sprechstunde im St.Josef-Stift in Sendenhorst in Münster beim Chefarzt der WS-Orthopädie Dr. med. G. Syndicus vorstellig. Nach Eingehender Untersuchung wurde festgestellt, dass meine Krümmungswinkel innerhalb von einem Jahr um 20° zugenommen haben. Thoracal rechts konvex 52° nach Cobb mit lumbalen Gegenschwung 52° nach Cobb. Mit über 50° stellte sich meine Skoliose als OP-würdiger Befund dar. Zunächst wurde ich stationär aufgenommen der zuvor ambulant angefertigte Gipsabdruck ermöglichte zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme, dass mein Korsett fertig gestellt war. Während meines Aufenthaltes wurden intensive Krankengymnastische Übungen durchgeführt und mein Korsett angepasst und ich wurde in den Gebrauch des Schlingentisches eingewiesen welcher mir zusätzlich für zu Hause verordnet wurde.

Im Jahr 1998 war die Operation unumgänglich, meine Skoliose hatte zugenommen so dass wir zu diesem Zeitpunkt von einer extrem ausgeprägten Skoliose der Brust- und Lendenwirbelsäule mit rekonvexer thoracaler Krümmung mit einem Winkel von 70° nach Cobb und einer links konvexen Gegenkrümmung mit einem Winkel von 65° nach Cobb ausgehen mussten.

Meine Eltern hörten sich sehr viele Ärztliche Meinungen an, ich fühlte mich ziemlich schnell wie ein Zootier da meine ausgeprägte Skoliose eher selten ist. Dr. med. G. Syndicus operierte meine Wirbelsäule und formte aus mir nicht nur optisch einen “Neuen“ Menschen. Nach der Operation welche ca. 9 Stunden dauerte war ich ca. 8cm größer und meine gesamte Erscheinung ist auf den ersten Blick von Menschen mit einer gesunden Wirbelsäule nicht mehr zu unterscheiden. Es passiert mir heute noch, dass ich auf meine Aufrechte Haltung angesprochen werde. Für mich und auch alle Ärzte welche mich zur regelmäßigen Kontrolle untersuchen, hat Dr. med. G. Syndicus das Beste aus dem gemacht was Er tun konnte. Er hat für mich gezaubert und mir mein Leben; Lebenswerter gemacht.

Heute bin ich 36 Jahre jung, zweifache Mutter von bezaubernden kleinen Prinzessinnen, welche ich nebenbei erwähnt spontan gebären konnte. Ich denke, alles was ich nach meiner Operation tun konnte ohne diese nicht möglich gewesen wäre. Dafür bin ich allen Ärzten insbesondere Dr. G. Syndicus mehr als Dankbar. Jedem der von Skoliose betroffen ist möchte ich mit auf den Weg geben, dass fast nichts Unmöglich ist! Geradeaus ist einfach sich in die Kurven zu legen ist eine Herausforderung …